Wehrerfassung, Musterung, Einberufung
Die drei Begriffe werden synonym verwendet und meinen Verschiedenes. Wer sie trennt, versteht die Zeitleiste in einer Minute.
| Schritt | Was passiert | Status |
|---|---|---|
| Wehrerfassung | Erhebung, wer verfügbar wäre. Kern ist der Fragebogen. | läuft seit Januar 2026 |
| Musterung | Ärztliche Feststellung der Tauglichkeit. | geplant ab 01.07.2027 |
| Einberufung | Heranziehung zum Dienst. | setzt aktivierte Wehrpflicht voraus |
Der neue Wehrdienst beruht auf Freiwilligkeit. Erfassung und Musterung bauen die Struktur, auf die im Ernstfall zurückgegriffen werden könnte — sie sind nicht selbst der Ernstfall.
Was in der Zeitleiste leicht übersehen wird
Derselbe Gesetzgeber, der zum 1. Januar 2026 die Wehrerfassung wieder aufgenommen hat, hat gleichzeitig den Zugang zur Kriegsdienstverweigerung erleichtert: Ungediente Wehrpflichtige, die vor dem 1. Januar 2010 geboren sind, können seither ohne vorherige Musterung beantragen. Das war keine Geste, sondern Kapazitätspolitik — Musterungsplätze sollen für Freiwillige frei bleiben.
Sichtbar wird das in den Zahlen: Beim BAFzA gingen 2024 noch 2.249 Anträge ein, 2025 waren es 3.879, im ersten Halbjahr 2026 bereits 5.862.
Wer wissen will, was davon den eigenen Jahrgang betrifft, findet das im Check „Bin ich betroffen?" oder ausführlich in Welcher Jahrgang muss was?